Akanthusgewächse
Silbernetzblatt
Fittonia albivenis
Fittonie, Mosaikpflanze — das Blatt mit dem hellen Adernetz, das umfällt, sobald ihm das Wasser ausgeht, und sich wieder aufrichtet, sobald es welches bekommt.
- Licht
Halbschatten
- Wasser
Viel
- Pflege
Anspruchsvoll
- Vermehrung
Stecklinge · Teilung
- Beste Zeit
Frühjahr bis Sommer
- Winterhärte
Zimmerpflanze
PORTRÄT
Sie fällt um, wenn sie Durst hat — und steht danach wieder auf
Ein Schauspiel, das viele für einen Notfall halten. Einer wird es erst, wenn es zur Gewohnheit wird.
Das Silbernetzblatt wächst in den Regenwäldern Perus und Kolumbiens am Boden, im Schatten größerer Pflanzen, auf feuchtem Laub — als kriechender Bodendecker, der nie in die Sonne kommt und nie richtig abtrocknet. Wer diesen einen Satz im Kopf behält, hat den größten Teil ihrer Pflege verstanden: gedämpftes Licht, gleichmäßig feucht, feuchte Luft.
Im Handel steht sie meist als Fittonie oder Mosaikpflanze; die Sorten unterscheiden sich in der Farbe des Adernetzes — weiß, rosa, rot — und in nichts, was die Pflege betrifft.
Standort
Hell, aber ohne direkte Sonne. Ein Nordfenster ist ihr recht, ein Platz etwas abseits der Ost- oder Westscheibe auch; in der Mittagssonne bekommt sie innerhalb weniger Tage verbrannte Blätter. Sie kommt mit weniger Licht besser zurecht als die meisten Zimmerpflanzen — was sie nicht verträgt, ist Zugluft und ein Platz direkt über der Heizung.
Gießen
Gleichmäßig leicht feucht, dauerhaft. Das Substrat soll sich nie trocken anfühlen, aber auch nicht im Wasser stehen — von beidem nimmt sie Schaden, nur zeigt sie das eine sofort und das andere zu spät.
Wird es ihr zu trocken, fällt sie zusammen: Die Blätter hängen binnen Stunden schlaff über den Topfrand, als wäre sie erledigt. Sie ist es nicht. Nach einer durchdringenden Gabe Wasser steht sie meist noch am selben Tag wieder aufrecht, oft schon nach ein, zwei Stunden. Das ist kein Grund, sie wegzuwerfen — und keiner, sie nachträglich zu ertränken.
Der Haken ist die Wiederholung: Jeder Zusammenbruch kostet sie ein paar Blätter, die nicht wiederkommen, und die untersten gehen zuerst. Ein einzelnes Mal ist folgenlos, jede Woche eines macht sie mit der Zeit kahl.
Luftfeuchte
Das ist der Punkt, an dem sie als anspruchsvoll gilt — nicht das Gießen. In trockener Heizungsluft bekommt sie braune, papierene Blattränder, und das lässt sich mit Wasser im Topf nicht ausgleichen: Was ihr fehlt, ist Feuchtigkeit in der Luft, nicht in der Erde. Ein Platz im Bad oder in der Küche hilft, eine Schale mit Wasser und Kies unter dem Topf ein wenig, ein geschlossenes Gefäß am meisten. Übersprühen bringt kurzfristig etwas und ist eher Beschäftigung als Lösung.
Substrat und Umtopfen
Humos, locker und wasserhaltend — normale Blumenerde mit etwas Kokosfaser oder feinem Rindenanteil trifft es gut. Ihre Wurzeln bleiben flach, deshalb ist ein breiter, niedriger Topf besser als ein tiefer, in dem unten Erde steht, die nie durchwurzelt wird und langsam sauer wird. Umgetopft wird selten und im Frühjahr; wichtiger als ein größerer Topf ist meist frisches Substrat.
Schneiden und verjüngen
Sie wächst kriechend und wird mit den Jahren von unten kahl — vorn ein Polster, hinten nackte Triebe. Regelmäßiges Ausknipsen der Triebspitzen hält sie dicht und liefert nebenbei das Material für den nächsten Punkt. Ihre Blüten sind unscheinbare Ähren mit kleinen, gelblich-weißen Blüten; die meisten schneiden sie ab, damit die Kraft in den Blättern bleibt.
Eine alt gewordene Pflanze schneidet man nicht zurecht, man baut sie neu auf: ein paar Kopfstecklinge, und in einer Saison steht wieder ein dichtes Polster da.
Vermehren
Kopfstecklinge sind der einfache Weg: eine Triebspitze mit einigen Blattpaaren abschneiden, die untersten Blätter entfernen und in feuchtes Substrat oder ins Wasserglas stellen. Sie bewurzelt bereitwillig, besonders warm und unter einer Haube oder Tüte, die die Luft feucht hält.
Die Teilung geht noch schneller, und sie geht so leicht aus einem Grund: Die kriechenden Triebe wurzeln von selbst an den Blattknoten, wo sie die Erde berühren. Ein solches Stück lässt sich beim Umtopfen mit seinen eigenen Wurzeln abtrennen und ist vom ersten Tag an eine fertige Pflanze.
Im Flaschengarten
Im geschlossenen Glas ist sie zu Hause — dort steht die Luftfeuchte, an der sie sonst scheitert, von selbst und dauerhaft. Sie gehört zu den wenigen Zimmerpflanzen, die in einem Terrarium nicht bloß überleben, sondern besser aussehen als auf der Fensterbank, und sie bleibt darin klein genug, um niemandem den Platz zu nehmen.
Für Stecklinge ist das derselbe Vorteil: Was man dort hineinsteckt, bewurzelt nebenbei. Wer ein Glas stehen hat, hat im Grunde dauerhaft Ableger übrig.
AUS DEM BESTAND
Noch eine Rarität bei PlantHub
Diese Art wird bisher von einer Handvoll Menschen dokumentiert. Für Durchschnitte und Verläufe ist das zu wenig — wir zeigen, was ohne Rückschluss auf einzelne Personen geht.
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Leg sie in PlantHub an, halte fest was sie macht — und gib die Ableger weiter, die sonst im Grünschnitt landen. Dann steht sie ab dann hier mit.
Fragen zum Silbernetzblatt
Meine Fittonie ist über Nacht zusammengefallen — ist sie hin?
Fast sicher nicht. Das Zusammenfallen ist ihre Art, Durst anzuzeigen, und es geht sehr schnell. Durchdringend gießen, überschüssiges Wasser abtropfen lassen — meist steht sie noch am selben Tag wieder aufrecht. Nicht mehrfach hintereinander nachgießen: Was sie danach braucht, ist Zeit, nicht mehr Wasser.
Warum werden die Blattränder braun und trocken?
Das ist fast immer zu trockene Luft und nicht zu wenig Wasser im Topf — typisch im Winter über der Heizung. Ein feuchterer Standort hilft, ein geschlossenes Gefäß am zuverlässigsten. Braune Ränder werden nicht wieder grün; man schneidet betroffene Blätter ab und ändert die Bedingungen.
Wie vermehre ich sie?
Über Kopfstecklinge: eine Triebspitze mit einigen Blattpaaren abschneiden, die untersten Blätter entfernen, in feuchtes Substrat oder ins Wasserglas. Warm und unter einer Haube bewurzelt sie zuverlässig. Oder durch Teilung — die kriechenden Triebe haben an den Blattknoten oft schon eigene Wurzeln.
Ist das Silbernetzblatt giftig?
Nein, es gilt für Menschen wie für Katzen und Hunde als ungiftig — einer der Gründe, warum es so oft in Flaschengärten und in Kinderzimmern steht. Futter ist es trotzdem nicht: Größere Mengen können, wie bei den meisten Zimmerpflanzen, den Magen verstimmen.
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